 |   Bundesreservesiegerin Kühe: Hella
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Der Leistungsstand der deutschen Fleckvieh-Simmental -Zucht wurde vom 20. bis 22. Januar 2012 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin auf höchstem Niveau beeindruckend demonstriert. Für die neun beteiligten RSA Zuchtbetriebe war die Schau sehr erfolgreich.
Als Preisrichterteam fungierten zwei sehr erfahrene Züchter, Gerard Brickley aus Irland und Hans Zill aus Bayern. Für die Freunde der Fleckviehzucht aus Deutschland war dieser Samstag ein ganz besonderer Tag und viele kamen extra deshalb nach Berlin. Aber auch die Beteiligung aus dem Ausland setzte neue Maßstäben.
Kategorie ALTBULLEN
Acht Altbullen in einem Wettbewerb zu vereinen ist auch international nicht selbstverständlich. In der ersten Klasse standen sich vier Bullen aus den Geburtsjahren 2006 bis 2007 gegenüber. BRUNO (Jacob x PALME-ET) und KAKAU (Konen x Johan-ET) verkörpern den großrahmigen Typ, bei sehr guter Mittelhandlänge. Der Hessen-Champion LANDO (Lorenz x Polo) und der Sachsen-Anhalt Sieger ZORRO (Zimbo x Newcentury) sind gekennzeichnet durch mittleren Rahmen, bei herausragender Bemuskelung. Die Rangierung dieser Gruppe war ein erster Höhepunkt. Der Ia-Preis ging ziemlich klar an den sechsjährigen Jacob-Sohn BRUNO. Ein Bulle im allerbesten Alter und in Top-Form. In der zweiten Klasse versammelten sich im Ring FTC LUIGI (FTC-Lucien x Lancelot), SAKY (Scotty x Palma), ALOIS (Atlantis x Loriot) und BEN (Bruno x Pollux). Hier dominierte der noch junge und in Brust und Becken enorm breite Atlantis-Sohn ALOIS die Konkurrenz. Auch ALOIS konnte erstmals auf der agra 2011 in Leipzig national auf sich aufmerksam machen. Er wurde Sieger Jungbullen im Mitteldeutschen Championat. Als die vier Besten der Vorrunden dann im Ring standen, war die Spannung förmlich fühlbar. Unter dem Applaus der Zuschauer fiel die Entscheidung der Preisrichter auf BRUNO, der auch schon in Sachsen-Anhalt bei Michael Bock, Rathmansdorf stand. Damit ging der Bundessiegertitel nach Bayern. Besitzer des Bullen ist der Besamungsverein Neustadt/Aisch (BVN). BRUNO zeigt sich heute als Bulle mit hervorragender Eigenleistung, besten Nachkommen und überzeugt auch im Wiedereinsatz. Der Bundesreservesiegertitel ging an den kompakten und farblich gedeckten ALOIS aus der Zucht der Arndt & Sohn GbR, Bottmersdorf (Sachsen-Anhalt). Mit 2,5 Jahren war ALOIS einer der jüngsten Bullen in der Kategorie Altbullen.
 Bundesreservesieger Altbullen: ALOIS aus der Zucht der Arndt & Sohn GbR, Bottmersdorf
Kategorie JUNGBULLEN
Fünfzehn Jungbullen in insgesamt drei Klassen und im Alter von 12 bis 24 Monaten starteten in den Wettbewerb. Die Qualität der Tiere insgesamt war gut. Die Ia-Preisträger im Einzelnen: Im ersten Durchgang stand der Basse-Sohn GH BANGIE aus der Zucht der Engfer GbR, Mölln (Mecklenburg-Vorpommern) an der Spitze der Gruppe. GH BANGIE (Basse x Patrick) der älteste unter den Jungbullen ist rot gedeckt, sehr lang, mit guter Tiefe und Breite in der Vorhand. Der Betrieb Regina Knips, Burgwedel (Niedersachsen) war gleich mit drei Kakau-Söhnen (KAKAU wurde gezogen von Michael Bock) in Berlin vertreten. Der Ia-Preis und damit Gruppensieg ging an den 16 Monate alten KNUT (Kakau x Niclas). Erfolgreichster RSA-Betrieb war die AG Hamersleben.
Kategorie KÜHE mit KALB
Die Qualität der Kühe mit Kalb bei Fuß war insgesamt ausgeglichen und versprach von der ersten Minute an einen spannenden Wettbewerb auf hohem Niveau. In vier Richtklassen stellten sich den beiden Preisrichtern insgesamt achtzehn Kühe zur Beurteilung. Gerard Brickley machte von Anfang an deutlich, dass die Qualität der Kälber bei Fuß entscheidenden Anteil an der gesamten Wertung haben würde. Schon in der ersten Gruppe war „das gewisse etwas“ spürbar. Das Urteil wurde mit Spannung erwartet. Der Ia-Preis ging an HELLA vom Uchtetal (Poker x Herluf), gezogen und im Besitz der Feißel GbR, Nahrstedt (Sachsen-Anhalt). HELLA ist eine sehr tiefe Kuh, die trotz ihrer sieben Jahre mit einer perfekten Oberlinie und einem top entwickeltem Saenko-Bullenkalb brillierte und schon auf vielen Schauen überzeugen konnte. In der 2. Klasse ein unerwartetes Richturteil. Die Preisrichter stellten TANJA (Sipos x Emil) nach vorn. TANJA, eine mittelrahmige sehr korrekte Kuh, war nicht in optimaler Kondition, aber sie brillierte mit zwei erstklassigen, knapp fünf Monate alten Kuhkälbern. Hier gaben die Kälber sehr eindeutig den Ton an. Natürlich war dies für das RSA-Zuchtgebiet, Besitzer Wilfried Heinisch, Hordorf (Sachsen-Anhalt) ein uneingeschränkter Grund zur Freude. In der dritten Klasse war es die Pax-Tochter LINDA, aus dem Betrieb Hartmut Scholl, Erndtebrück (Nordrhein-Westfalen) die den Ia-Preis gewann und auch den Bundessiegertitel holte. LINDA ist eine mittelrahmige, sehr gut bemuskelte, tiefe und breite Kuh, die mit einem schicken Telstar-Kuhkalb überzeugte und. Das LINDA in der Agr.gen. „Wethautal“, Scheiplitz (Sachsen-Anhalt) gezogen wurde und über die Bundesfärsenweide den Weg in das Rothaargebirge fand, sei natürlich auch erwähnt. Der Bundesreservesieg bei den Kühen ging in die Altmark, in den Betrieb der Brüder Wilfried und Dieter Feißel (Sachsen-Anhalt) für die siebenjährige HELLA vom Uchtetal.
Kategorie tragende FÄRSEN
In der ersten Gruppe gleich sehr gute, tiefe und durchweg gut bemuskelte Tiere, darunter zwei Atlantis-Töchter, die natürlich, nachdem bei den Altbullen der Atlantis-Sohn ALOIS den Bundesreservesieg errang, von den Fachleuten besonders beachtet wurden. Aber der Ia-Preis ging letztendlich in eine ganz andere Richtung. ELSA (Paul x Herkules), eine enorm entwickelte und dabei sehr korrekte Färse gezogen von Ines Porse, Bad Bibra (Sachsen-Anhalt) setzte sich vor die Konkurrenz und durfte somit in den Endausscheid. In der zweiten Klasse gab es ein sehr enges Kopf an Kopf Rennen zwischen der Cimba-Tochter KARLINE vom Rittergut Pieter, gezogen von Claudia und Hartmut Pieter, Neustadt/Orla (Thüringen) und der Gigant-Tochter GINGER aus dem Betrieb Uwe Harstel, Rohrbeck (Sachsen-Anhalt). Es war KARLINE (Cimba x Ventury) die am Ende den Zuschlag in Form des Ia-Preises zugesprochen bekam. Unter großem Applaus ging der Titel Bundessieger in dieser Kategorie an die knapp 22 Monate alte SISSY, in den Betrieb Thomas Eydner (Sachsen). Der Reservesieg konnte Ines Porse aus Bad Bibra für sich verbuchen.
 Reservesiegerin tragende Färsen: ELSA von Ines Porse, Bad Bibra
Kategorie FÄRSEN bis 21 Monate
Mit insgesamt zwanzig Tieren im Auftrieb war dies die zahlenmäßig größte Wettbewerbskategorie der Bundesschau. Dem Endausscheid ging die Rangierung in vier Klassen mit jeweils 5 Färsen voraus. Die erste Gruppe wurde dominiert von der Samual-Tochter KORA (Samual x Pluto). In der Farbe nicht so gedeckt wie der Vater überzeugte KORA aber um so mehr durch sehr viel Tiefe und Breite. Gezogen wurde die Ia-Färse von Tobias Petzenberger, Eckardts (Thüringen). Sie stand vor einer Basel-Tochter aus der Zucht von Claus Schultes, Waldmichelbach (Bayern). In der zweiten Klasse gab es ein sehr enges Duell zwischen der Bruno-Tochter DE 0943985160 (Bruno x Pizarro) von Ernst Fragner, Leutershausen (Bayern) und SIRA (Urius x S.Regent) Bauer Peters, Werneuchen (Brandenburg). Auch hier ein sehr gutes Ergebnis für die Bruno-Nachzucht. Die jüngsten Rinder der Klasse standen wieder sehr eng beieinander und machten es den Preisrichtern nicht leicht. Ein sehr gutes Bild gab MIA (Hoeness x Moor) gezogen vom Zuchtbetrieb Marktfrucht-GbR Malzow (Mecklenburg-Vorpommern), aber sie musste den Ia-Preis am Ende der sehr überzeugenden Pr.Poldy-Tochter DE 12.60982524 von der Karstädter Rinder GmbH (Brandenburg) überlassen. Danach folgte die sehr spannende Endrunde mit den vier Ia- und Ib-Preisträgern im Schauring. Bundessieger (die „weiße“ FRANZI) und Bundesreservesieger KORA (Samual x Pluto) kamen am Ende aus einem Betrieb. Der Jubel bei Familie Petzenberger (Thüringen) war groß, verdient und auch für die Zuschauer Anlass ganz besonders laut und lange zu applaudieren.
Kategorie JUNGRINDER bis 12 Monate
In der Spitzengruppe lagen die beiden Favoriten sehr eng beieinander. RAJA (Urius x H.United) aus dem Betrieb Marktfrucht-GbR Malzow (Mecklenburg-Vorpommern) zeigte sehr viel Tiefe und enormen Fleischansatz. In harter Konkurrenz zu ihr die Scholl-Tochter PETRA aus der Zucht von Dominique Kirsten, Ilmtal (Thüringen). Auch sie eine tiefe Färse, mit viel Wachstumspotential, auch sie sehr korrekt. Die noch etwas bessere Länge in der Mittelhand und die enorme Breite waren wohl dann am Ende das „Zünglein an der Waage“. Der Bundessiegertitel ging in der jüngsten Klasse in den Betrieb Dominique Kirsten und der Reservesieg für RAJA nach Mecklenburg-Vorpommen. In dieser Kategorie waren keine RSA Zuchtbetriebe vertreten.
FAZIT
Für die Fleckvieh-Simmentalzüchter in Deutschland war es der wichtigste Tag im Schaugeschehen 2012. Die Gruppe der RSA-Züchterschaft hat entscheidend zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen und die Farben des Landes ganz hervorragend vertreten. Drei Bundesreservesiegertitel und weitere sehr gute Platzierungen sind ein tolles Eregebnis. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön.
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