Beautiful Forest Holsteins wenn es um Zucht geht - immer eine gute Adresse
Die Familie Braune führt in Schönwalde einen Milchviehbetrieb mit knapp 130 Kühen und 350 ha Fläche. Der Ort in der Nähe von Tangerhütte hat 110 Einwohner und 3 Milchviehbetriebe mit insgesamt ca. 400 Milchkühen, womit auf jeden Einwohner 4 Kühe kommen.
In den letzten Jahren erscheint der Betrieb Braune im Zusammenhang mit Zuchterfolgen immer häufiger in den Schlagzeilen. Während Vater Detlef und Mutter Christiane sich auf die Fahne geschrieben haben, einen soliden Betrieb zu führen, widmet sich Sohn Alexander (18 J.) voll und ganz der Holsteinzucht. Das liegt wohl an den Genen, denn auch sein Großvater Achim Giese war als Vorsitzender und Zuchtleiter in der LPG Nahrstedt ein bekanntes Gesicht der damaligen Rinderzucht und als Preisrichter auf Tierschauen aktiv.
Auch Tochter Juliane (22) bleibt der Landwirtschaft treu und studiert derzeit in Halle, wo sie ihren Schwerpunkt auf die Pflanzenzüchtung legt. Nicht zu vergessen in einem Familienbetrieb sind die Senioren. Oma Waltraud kümmert sich nach wie vor komplett um die Kälber auf der Hofstelle. Neben der Familie sind noch ein Traktorist und ein Lehrling, sowie eine Melkerin im Betrieb aktiv.
Nachdem die ersten 40 Kühe noch zu Hause und auf einem Pachthof in der Nähe in Anbindehaltung gemolken wurden, konnte im Frühjahr 1993 der Boxenlaufstall in Außenlage bezogen werden. Hier steht nach einigen Umbauten der Großteil der Milchkühe. Die Seitenwände wurden geöffnet und mit Curtins versehen. Die Liegeboxen werden jetzt als Tiefliegeboxen mit Kalk-Stroh-Einstreu, erhöhtem Nackenriegel und hoher Hinterkante genutzt.
Die frischlaktierenden Kühe stehen seit 3 Jahren in einer Extragruppe in einem Folienzelt (10x15 m) mit Auslauf am Boxenlaufstall auf Stroh. Die restliche Milchviehherde ist in 2 Leistungsgruppen eingeteilt und bekommt täglich einige Stunden Weidegang auf dem angrenzenden Grünland. Die Trockensteher und das gesamte Jungvieh werden auf der Hofstelle gehalten, die 2006 umgebaut wurde. Das Nachbargrundstück konnte käuflich erworben werden und damit ein Futtertisch für die Scheune und das dahinter liegende Schleppdach eingerichtet werden. Dort könnnen 3 Färsengruppen und eine Vorbereitungsgruppe eingeteilt werden. Hier befindet sich ein weiteres Folienzelt zur Unterbringung von bis zu 20 abgesetzten Kälbern. Die Tränkkälber werden in geräumigen Einzeliglus und einem Großraumiglu (5-7 Kälber) gehalten. Die Iglus hat Detlef Braune als Ergebnis einer Kanadatour angeschafft. Im ehemaligen Anbindestall befinden sich die Abkalbeboxen. Etwa 1,5 ha Grünland grenzen direkt an die Hofstelle und werden als Auslauf für Trockensteher und Jungvieh genutzt.
In der Fütterung setzt Detlef Braune auf hohe Grundfutterleistung und wirtschaftseigene Futtermittel. Nur Raps, Soja und Mineralfutter werden zugekauft. Grassilage wird in Wickelballen verarbeitet, wodurch der unterschiedliche Aufwuchs auf verschiedenen Standorten optimal genutzt werden kann. Die Maissilage lagert in Schläuchen. Außerdem wird seit 2 Jahren Maisschrot in Schläuchen gespeichert. Wenn Detlef Braune von seiner gut durchgerechneten TMR, sowie über die einphasige saure Trockensteherfütterung spricht, merkt man, dass die Feinabstimmung bei der Fütterung sein Steckenpferd ist. Da verwundert es nicht, dass er sein Kälbermüsli nach "Spezialrezeptur" selbst mischt.
Die Familie Braune engagiert sich stark in der Öffentlichkeit. So waren in diesem Jahr bereits viermal KITAs und Schulklassen zu Besuch. Mutter Christiane ergreift im Landfrauenverein die Initiative. Vater Detlef arbeitet aktiv beim BDM mit und scheut keine Mühen, wenn es um öffentliche Aktionen geht. So kann es schon einmal sein, dass er mit einer Kuh am Einkaufsmarkt in Stendal steht, um auf die Probleme der Landwirte aufmerksam zu machen.
Alexander ist engagierter Jungzüchter, sowohl im eingenen Betrieb als auch im Vorstand des Jungzüchtervereins Sachsen-Anhalt. 2005 organisierte er den Landestierbeurteilungswettbewerb auf seinem Betrieb. Als ich 2002 bei Detlef Braune anrief, fragte er mich als Erstes: "Wollen Sie den Betriebsleiter oder den Zuchtleiter sprechen?" Der Zuchtleiter war Alexander - damals 12 Jahre alt!!! Bereits mit 10 Jahren übernahm er die Anpaarungen auf dem Betrieb. Zu dieser Zeit knüpfte die Familie enge freundschaftliche Bande nach Ostfriesland, besonders zu Familie Rahmann (u.a. Züchter des aktuellen DS-Bullen Storno). Später kauften Braunes auch gern Zuchtrinder von dort zu, sodass heute ein Teil der Herde ostfriesische Wurzeln hat. Über 87% der Herde sind eingestuft und das mit 85 Punkten im Durchschnitt. Alexander führt genau Buch über alle Kuhfamilien der Herde. Seit 2002 nutzt er die kostenlose Anpaarungsberatung des RSA zu ausgiebigem Erfahrungsaustausch und das mit durchaus positivem Ergebnis. Aber nicht nur in der Theorie befasst er sich erfolgreich mit der Holsteinzucht. Nachdem er 1995 mit 5 Jahren erstmalig an einem Vorführwettbewerb teilgenommen hat, ist er heute sehr erfolgreich bei Jungzüchterwettbewerben, aber auch Tierschauen, denn auch hier ist er die treibende Kraft der Familie. Seit 2003 ist die GbR auf allen regionalen Schauen vertreten. 2008 war ein sehr erfolgreiches Jahr für den Betrieb.
Tab. 4: Erfolge 2008
|
|---|
Veranstaltung
| Ergebnis
| Jungzüchter bzw. Tier
| Landesvorführwettb. Bismark
| bestes Typtier d. Schau Sieger junge Vorführer Res.-Sieger ältere Vorf.
| BFH Hedwig v. Douglas Leon Spring Alexander Braune
| Altmarkschau Krumke | Ib-Preis Siegerkuh Jung | Alwine v. Wade BFH Suri v. Champion | Bundes-JZ-Wettb. Erfurt | 3. Pl. Tierbeurteilung 3. Pl. Vorführwettb.
| Alexander Braune Alexander Braune | JZ-Wettbew. Steinfeld
| 3 Klassensiege Gesamtsieger Bestes Typtier | L. Spring, A. Weber, A. Braune Andy Weber BFH Escarda v. Duplex |
Aktuell ist die Jannsen-Tochter Liebling im Fokus von Zuchtstätte und RSA. Sie zeigt einmal mehr die Stärken dieses DS-Bullen und war deshalb Bestandteil der Nachzuchtgruppe des Bullen zur EUROTIER in Hannover. Aber nicht nur auf Schauen ist der Betrieb erfolgreich. Einige Verträge als Bullenmutter haben Braunes bereits für Kühe erhalten. Demnächst wird der erste Bulle beim RSA eingestallt. Und auch in der Leistung konnte sich der Betrieb in den letzten Jahren deutlich steigern. Auch die Lebensleistung der Kühe liegt mit 24.105 kg Milch mehr als 5.000 kg über dem RSA-Durchschnitt.
Wir sind uns sicher, dass man den RSA in den nächsten Jahren mit dem Namen Braune und seinen Beautiful Forest Holsteins verbinden wird. Weiter so, kann man da nur sagen!
Astrid Ziem
|