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2. Bundesschau Rotes Höhenvieh

Am 28. Juni 2009 fand bei sehr guter Beteiligung die 2. Bundesschau der Rasse Rotes Höhenvieh in Reinstedt am Harz (Sachsen-Anhalt) statt.


Die Schau war eine Veranstaltung des BAG Rotes Höhenvieh, organisiert und durchgeführt vom Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt eG (RSA). Das Konzept, die Bundesschau in das alljährlich stattfindende Harzer Landwirtschaftsfest einzubinden hat sich wiederum bewährt. Der Ausstellungstag verzeichnete gut 10.000 Besucher und die Bundesschau gehörte absolut zu den Zuschauermagneten. Für die RSA Züchterschaft war die 2. Bundesschau ein überwältigender Erfolg.

Die Geschichte der vom Aussterben bedrohten Rasse Rotes Höhenvieh ist eine Erfolgsstory. Vor gut zwanzig Jahren gab es nicht viel mehr als fünfzig Kühe im gesamten ehemaligen Verbreitungsgebiet. Nur von Enthusiasten am Leben erhalten, war zu diesem Zeitpunkt noch keine anerkannte Züchterorganisation bereit, die Rasse züchterisch zu betreuen. Der  Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt eG entschied sich 1995 als erster deutscher Zuchtverband für die Herdbuchaufnahme der im Zuchtgebiet vorhandenen Kühe. Heute wird die Rasse der deutschen Mittelgebirge in den Herdbüchern von sechs Landeszuchtverbänden geführt. Die Population ist bundesweit auf inzwischen 918 Kühe angewachsen. Damit kann der Status vom Aussterben bedroht zwar noch nicht entfallen, aber die Rasse ist eindeutig zurück „auf dem Weg ins Leben“. Der Erfolg der Rasse beruht nicht zuletzt auf der ganz hervorragenden Eignung zur Landschaftspflege, vor allem in Mittelgebirgsstandorten. Darüber hinaus haben Spitzengastronomen erkannt, dass das Fleisch der roten Rinder eindeutig Premiumqualität besitzt.

 


Das Schaukontingent war mit 42 Großtieren und 20 Zuchtbetrieben aus fünf Bundesländern sehr hoch und hatte zum Teil absolute Spitzenqualität. Für den Preisrichter Carsten Oeser (Masterrind Meißen) war das Richten in einigen Gruppen eine wirkliche Herausforderung. Die Höhepunkte des Schauwettbewerbes waren ohne Zweifel die Entscheidungen zu den Bundessiegern. Die Titel wurden vergeben für Altbullen, Jungbullen, Kühe und Färsen. Für die RSA Züchterschaft war die 2. Bundesschau ein überwältigender Erfolg. Alle Bundessiegertitel gingen in das Zuchtgebiet Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.
Bei den Altbullen setzte sich der ausdrucksstarke INNOZENZ (Immekeppel x Ural) gezogen und vorgestellt von Uwe Thielecke, Tanne vor der Konkurrenz durch. Äußerst lang in der Mittelhand, absolut korrekt in Skelett und Fundamenten und voll im Rassetyp stehend,  zeigte sich der sehr ruhige vierjährige Bulle von seiner besten Seite. Der über zwei Klassen verlaufende Richtwettbewerb der Jungbullen war voller Spannung für das Publikum. Am Ende entschied sich der Preisrichter für URIAN (Ulius x Isaak). URIAN wurde gezogen und im Ring präsentiert von Eberhard Freund, Mansfeld - OT Piskaborn. Im Pedigree des 18 Monate alten Jungbullen finden sich so bekannte Namen wie Ulius (Reservesieger Bundesschau) und die ebenfalls sehr schaustarke Silvia (Siegerin Landessschau Sachsen-Anhalt und Niedersachsen).

 
Innozenz  Bes.: Uwe Thielecke, Tanne     


Urian   Bes.: Eberhard Freund,Piskaborn

Bei den Kühen gab es jeweils in den Kategorien „Kühe mit Kalb bei Fuß“ und „tragende Kühe“ eine erste Vorentscheidung. Carsten Oeser ließ keinen Zweifel daran, dass er schon dabei von der Ottmar-Tochter RUBIN absolut begeistert war. Die fünfjährige, sehr harmonische und korrekte Kuh führte das dritte Kalb bei Fuß. Somit war es nicht verwunderlich, dass RUBIN auch die Entscheidung um den Bundessiegertitel für sich entschied. Die Siegerkuh wurde gezogen im RHV Zuchtbetrieb Josef Spahn, Langelsheim und vorgestellt von Kerstin und Christian Spahn.


Rubin  Bes.: Josef Spahn, Langelsheim


Die engste Entscheidung aber gab es bei den Färsen. Sowohl die  Gruppe der bis zu zweijährigen Rinder, als auch die der über zwei Jährigen lagen qualitätsmäßig auf hohem Niveau sehr eng beieinander. Absolut korrekte Fundamente, eine bestechend gute Skelettentwicklung und die Veranlagung zur Fleischausbildung kennzeichnete die letzte Kollektion zur Endauswahl. Eine Gruppe, die wirklich nicht ganz leicht zu richten war. Auch das Publikum, das über drei Stunden gebannt dem Wettbewerb folgte, wartete voller Spannung auf das Urteil. Bundessiegerin bei den Färsen wurde letzten Endes die enorm typstarke FELICITAS (Barabas x Isostar). Gezogen wurde FELICITAS in der A&S Nutztier Arche, Genthin. Eva Grübe aus Allrode (Harz), erst seit einem Jahr Mitglied im Zuchtverband (RSA), bewies beim Zukauf ein sicheres Auge. 

 


Felicitas  Bes.: Eva Grübe, Allrode, vorgeführt von Herrn Grübe 


Insgesamt präsentierten sich die aufgetriebenen Tiere in großer Homogenität. Die Rasse Rotes Höhenvieh, da waren sich Beschicker und Schaupublikum einig, ist auf dem richtigen Weg.  

 


Ein absoluter Hingucker, das Rotviehgespann von Stefanie Kopf und Michael Böttcher aus Rottleben, Thüringen



Siegerliste 

Prämierungsliste