GbR Deutsch-Kersten in Rochau -
immer eine gute Adresse

Vom Anfang bis heute
Der Werdegang vieler Landwirte liest sich doch immer wieder gleich: landwirtschaftliche Ausbildung, Fach- oder Hochschulausbildung und Arbeit bei LPG, VEG oder Ähnlichem. Auch bei Karl-Otto und Gudrun Deutsch (gesch. Kersten) war es nicht viel anders.
Was vielleicht anders als bei den meisten war: Als Karl-Otto Deutsch 1991 anfing, hatte er NICHTS. Ohne Hofstelle und ohne jeden Pfennig ging er ins Rennen. Die Banken wollten ihm keine Kredite geben.. 50 Kühe und 150 ha Pachtland waren der Anfangsbestand. Also wurde eine Hofstelle im Dorf gepachtet und den ersten Winter verbrachte Karl-Otto mit Kannemelken, Misten und Füttern mit Pferd, Schleppe, Futterlore und viel Muskelkraft.
1992 gründete er mit seiner Gudrun eine GbR. Durch sie kamen 38 ha Grünland in Schorstedt zum Betrieb dazu. Die Milchquote stieg auf 720.000 kg. Als die Rochauer LPG in Liquidation ging, kauften sie die Stallanlage mit einem 200er Kuhstall, 2 Bergeräumen und 2 alten Anbindeställen. Damit gehörten ihnen zwar die Gebäude, der Boden blieb jedoch in der Hand verschiedener Eigentümer. Dei Eigentumszusammenführung bereitete Schwierigkeiten und konnte bis heute nicht vollständig geklärt werden.
1993 begann man auf dem Gelände der alten Stallanlage einen 120er Boxenlaufstall auf Gülle zu bauen, der 1994 bezogen wurde. Die Ausrüstung des 2x8-Fischgrätenmelkstandes und der Milchtank wurden jeden Sommer komplett ausgebaut und im 1993 gebauten Weidemelkhaus genutzt. Bis 2004 waren die Kühe in der Weidesaison komplett draußen und wurden dort mit Silage zugefüttert. Seit 2005 gehen die Kühe nicht mehr auf die Weide.
Kontinuierlich erfolgte jedes Jahr eine neue Investition:
- ein Güllebecken
- ein Fahrsilo
- die Erneuerung des Daches vom alten 200er Stall
- der Umbau des alten Stalles zum Tiefstreulaufstall mit nur einem Futtertisch
1997 wurde der Kuhstall im Sommer mit 360 Mastschweinen bestückt. Leider fielen in dem Jahr die Schweinepreise, außerdem wurde die Milchquote übererfüllt und es war eine deftige Strafe fällig. Dieser Rückschlag musste erst einmal verarbeitet werden, so dass weitere Investitionen einige Jahre auf Eis lagen.
2001 wurde endlich geheiratet und 2002 konnte in das neue Haus direkt am Stall eingezogen werden. Die Jahre zuvor hatte die Familie in Schorstedt gewohnt.
2002 wurde wieder ein neues Projekt in Angriff genommen. Bis 2004 wurde eine freitragende Halle (53 x 21 m) gebaut, in der frisch laktierende Kühe und Problemtiere auf Tiefstreu gehalten werden. Zweimal wöchentlich wird üppig eingestreut (15-20 Rundballen) udn nach Bedarf etwa alle 8-10 Wochen ausgemistet.
Heute bewirtschaftet der Betrieb eine Milchquote von ca. 1,6 Mio kg. Der frei gewordene Stallplatz in den anderen Gebäuden wird jetzt zur Aufmast aller männlichen Kälber genutzt. Es sind zur Zeit ca. 100 Mastbullen aller Altersklassen im Bestand.
2005 wurde in einen neuen Milchtank investiert. Als nächste Baumaßnahme wird die Vergrößerung der Silofläche in Angriff genommen.

Fütterung und Bulleneinsatz
Der Betrieb setzt als Grundfutter Gras- und Maissilage ein. Futtergetreide wird selbst eingelagert und von einem mobilen Mahl- und Mischdienst aufbereitet. Heu wird den Kühen zur freien Verfügung angeboten. Nach jeder Milchkontrolle erfolgt eine Rationsberechnung und Beratung vor Ort durch einen heimischen Futtermittelanbieter. Futterproben werden vierteljährlich beim LKV untersucht.
Es wird mit saisonaler Abkalbung von September bis Februar gearbeitet. Zur Anpaarung seiner Kühe und Jungrinder nutzt der Betrieb den Beratungsservice des RSA. Das Spektrum der eingesetzten Bullen ist umfangreich. Neben bewährter RSA-Genetik und 100% Testbulleneinsatz bei Jungkühen setzt er auch aktuelle "heiße" Bullen ein.
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Aktueller Bulleneinsatz
| Agent (rbt) | Emil II | Jodhpur | Ramos | | Akonnor | Faber (rbt) | Lynch | Riverland | | Best | Goldwin | Merinit | Roy | | Cadon (rbt) | Jannsen | Millennium | Tresor | | Darling | Jeff | Ned | |
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Exterieur und alte Kühe
Die Rochauer haben viele gute Kühe in ihrer Herde. Die Abstammung der Kühe kennt Karl-Otto genau. Sein Sohn Michael hat sich viel Mühe gemacht und die Kuhfamilien des Betriebes zu Papier gebracht. Immer wieder fallen Namen wie Bakterie, Gabi, Sulki, Nicki oder Heidi. Ein Herdenmanagementprogramm nutzt der Betrieb nicht. Es wird noch herkömmlich mit Stallkarten gearbeitet. Jede Kuh hat einen Namen.
Der Betrieb lässt seine Kühe regelmäßig bewerten. So sind zurzeit 30 Kühe im Betrieb sehr gut eingestuft.
| 1 Kuh | 89 Punkte | | 1 Kuh | 88 Punkte | | 5 Kühe | 87 Punkte | | 12 Kühe | 86 Punkte | | 11 Kühe | 85 Punkte |
Die erste Schau beschickte der Betrieb bereits im Jahr 1992 in Billberge. Adele lief damals im Mittelfeld. Seitdem sind die Rochauer regelmäßig auf Schauen anzutreffen und oft haben sie ganz vorn ein Wörtchen mitzureden. Lediglich Ende der 90er Jahre pausierte der Betrieb 2 - 3 Jahre wegen eines BHV1-Einbruches. Der Betrieb ist außerdem nicht nur irgendein Beschicker, sondern läuft immer mit einer für seine Herdengröße recht hohen Anzahl an Kühen auf. So war man beispielsweise zur Nikolausschau 2005 mit 5 Kühen am Start.

Einige der erfolgreichen Schaukühe des Betriebes
| Trudchen (v. Apri) | Ia KTS Schönhausen 2000 | | Nickel (v. Aerostar) | Id Nikolausschau 2001 | | Heide (v. Rasmus) | Ia u. Reservesiegerin Alt KTS Schönhausen 2002 | Silvio (v. Armagnac)
| Ib Nikolausschau 2002 Ic KTS Krumke 2003 | Gunste (v. Trailor)
| Ib KTS Krumke 2003 Ib KTS Schönhausen 2004 Ic KTS Schönhausen 2005 | | Gabriel (v. Jedstar) | Ia u. Siegerin Mittel KTS Schönhausen 2005 | | Nikolayja (v. Armagnac) | Ib KTS Schönhausen 2005 | | Fackelie (v. Blasto) | Ib Nikolausschau 2005 |
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Die zwei Söhne von Gudrun aus erster Ehe und der gemeinsame Sohn Erik haben verschiedene Bezüge zur Landwirtschaft. André (24), der Älteste, ist in der Landtechnikbranche beschäftigt. Michael Kersten (21), der Mittlere, studiert mittlerweile in Haldensleben, nachdem er unter anderem bei Familie Behrens in Käthen gelernt hat und dort sein Herz für die Rinderzucht entdeckt hat. Durch seinen Bruder Michael wurde auch Erik Deutsch (13) bei den Jungzüchtern aktiv und hat erst im März beim Landesjungzüchterwettbewerb in Bismark in seiner Altersklasse gewonnen, so wie ihm das sein Bruder vor zwei Jahren vorgemacht hat. Alle drei Jungs helfen in ihrer Freizeit tatkräftig im Betrieb der Eltern mit.
| Arbeitskräftebesatz: | | | 2 Betriebsleiter | 2 AK Feldbau/Werkstatt | | 2 Melker | 2 Saisonkräfte Feldbau | | 1 Fütterer/Feldbauer | 1 Auszubildender | |
Aber nicht nur um Schautiere geht es im Betrieb. Die Kühe werden hier wesentlich älter als in vielen anderen Herden Sachsen-Anhalts. Die Lebensleistung im Bestand liegt um mehr als 6.000 kg Milch über dem Landesschnitt.Außerdem kann der Betrieb jährlich ca. 25 tragende Färsen und abgekalbte Kühe verkaufen. Seit einem halben Jahr ist der Betrieb auch in den Verkauf von Deckbullen eingestiegen.
Eine der alten Damen des Bestandes ist Elsa. Sie hat bereits vor einiger Zeit die 100.000-kg-Marke erreicht und ist nach wie vor frisch anzusehen. Jetzt geht sie in der 15. Laktation bereits auf 130.000 kg zu und zählt damit zu den ältesten aktiven Kühen mit der höchsten Lebensleistung beim RSA.
Eine weitere Eigenschaft zeichnet den Betriebsleiter aus. Wenn es darum geht, anderen zu helfen, sagt Karl-Otto Deutsch niemals Nein. Ob er während des Elbhochwassers 2002 die Kühe eines betroffenen Betriebes aufnimmt oder ob es der RSA ist, der immer wieder an die Pforten klopft, um eine Nachzuchtgruppe für eine Schau gemeinsam aufzustallen. So waren bereits Töchtergruppen von Riverland (2002), Merinit (2004) und Jodhpur (2005) in Rochau zur Vorbereitung.
Der Betrieb hat im letzten Jahr seine Milchleistung um 1480 kg Milch und 30 Fett-Eiweiß-kg gesteigert. Dieser enorme Leistungsschub nach einer Flaute in den zwei vorangegangenen Jahren ist nicht zuletzt dem neuen Stall und der kontinuierlichen Stallfütterung auch im Sommer zu schulden.

Jahresabschlüsse
| Jahr | Kühe | Mkg | F% | Fkg | E% | Ekg | ZKZ | | 2005 | 170 | 10240 | 3,65 | 374 | 3,40 | 348 | 405 | | 2004 | 176 | 8760 | 4,10 | 359 | 3,44 | 301 | 390 | | 2003 | 162 | 8572 | 4,07 | 349 | 3,39 | 291 | 390 | | 2002 | 162 | 9482 | 3,92 | 372 | 3,36 | 319 | 396 | | 2001 | 154 | 9153 | 3,87 | 354 | 3,38 | 309 | 389 | | 2000 | 127 | 9046 | 3,92 | 355 | 3,31 | 299 | 384 | | 1999 | 115 | 8539 | 4,17 | 356 | 3,42 | 292 | 379 | | 1998 | 122 | 8186 | 4,19 | 343 | 3,46 | 283 | 379 | | 1997 | 121 | 7957 | 3,34 | 345 | 3,48 | 277 | 381 |
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Die Landwirtschaftliche Nutzfläche schwankte während der letzten 15 Jahre immer wieder, da trotz des Bestrebens nach Vergrößerung des Betriebes Treuhandflächen abgegeben werden mussten.
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710 ha landwirtschaftliche Nutzfläche
135 ha Grünland
575 ha Acker
| davon | 140 ha | Wintergerste | | | 140 ha | Raps/nachwachsende Rohstoffe | | | 80 ha | Winterweizen | | | 110 ha | Winterroggen | | | 100 ha | Mais | | | 5 ha | Stillegung |
Ackerzahl: durchschn.49 (31-68) Bodenpunkte
Niederschlag: < 500 mm/Jahr
steinreiche Böden
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Der Betrieb macht außer Mais legen und Häckseln alle Feldarbeiten selbst. Das Spritzen und Dreschen (Class Lexion) erfolgt auch als Lohnarbeit für umliegende Unternehmen.
Nach dem trockenen Jahr 2003 und einem sehr guten Jahr 2004 war das letzte Jahr gut in den Erträgen. Aber jeder Landwirt weiß, dass auf gute Jahre wiede schlechte folgen und so wollen wir abwarten, was uns dieses Jahr nach einem harten und langen Winter bringt.
Astrid Ziem
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