Betriebsbesuch in der AG Querfurt eG
Der Betrieb bewirtschaftet 2.232 ha und befindet sich an der im Bau befindlichen Autobahn A38 auf einem grünlandlosen reinen Ackerbaustandort. Die Ackerzahl liegt bei 69 (Lehm,Löß), die Niederschläge aber bei nur 450 mm/Jahr.
Insgesamt werden 145 Eigentümer gezählt. Der Betrieb wird von 47 fest angestellten und Saisonkräften (Obst) bewirtschaftet. Der Vorstandsvorsitzende ist Herr Jörg Kamprad, die Aufsichtsratsvorsitzende Frau Sabine Trautmann.
Ein breites und interessantes Tätigkeitsfeld zeigt sich dem Besucher: Marktfruchtanbau, Milchproduktion, Schweinehaltung, Obst- und Hopfenanbau, dazu Essenversorgung, Bauernladen und Gashandel.
Beeindruckend sind neben 70 ha Luzerne und 200 ha Silomais für die Rinderfütterung die durchschnittlichen Ernteerträge des Jahres 2004:
| Winterweizen | 939 ha - | 87 dt/ha | | | Wintergerste | 164 ha - | 88 dt/ha | | | Sommergerste | 107 ha - | 62 dt/ha | | | Hafer | 44 ha - | 66 dt/ha | | | Winterraps | 374 ha - | 47 dt/ha | (100% nachwachsende Rohstoffe) | | Erbsen | 59 ha - | 42 dt/ha | | | Zuckerrüben | 130 ha - | 643 dt/ha | |
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 Frisch laktierende Kühe fühlen sich wohl im Laufstall auf Stroh.
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Der Rinderkomplex liegt im benachbarten Gatterstädt. Ausgangspunkt war eine 400er Milchviehanlage des VEG Gatterstädt. Hier stehen 500 Kühe mit Nachzucht. 3.7 Mio. kg Quote stehen zu Papier. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich die Herde kontinuierlich, zählt heute zu den besten im Verband.
A- und B-Abschlüsse der AG Querfurt:
| Jahr | Kühe | M-kg | F-% | E-% | FuE-kg | ZKZ (Tg) | | 1995 | 391 | 6234 | 4,49 | 3,53 | 500 | 391 | | 1998 | 474 | 7132 | 4,21 | 3,53 | 552 | 393 | | 2002 | 460 | 9061 | 4,04 | 3,32 | 667 | 406 | | 2004 | 507 | 9644 | 3,96 | 3,38 | 708 | 389 |
Zu den Besonderheiten zählt die Außenfütterung, so dass die Kühe zu jeder Jahreszeit einen großzügigen Auslauf unter freiem Himmel (reichlich Einstreu) nutzen können. Das funktioniert so gut, dass im Jahr 2001 das Land Sachsen-Anhalt hier eine Ehrenurkunde für "Art- und verhaltensgerechte Rinderhaltung" zuerkannte.
Der Herdenaufbau erfolgte zunächst auf hiesiger SMR-Grundlage mit ausschließlicher Mastrassenanpaarung und Färsenzukauf. Das war die Empfehlung hoch dotierter Berater! Das funktionierte mit dem Färsenzukauf natürlich nicht, denn Probleme mit Verfügbarkeit und Tiergesundheit sowie den Kosten stellten sich ein. Ein Import aus Ungarn mit 30 rotbunten HF-Färsen war da noch ein Lichtblick. Der Zuchtleiter nahm die Geschicke in die eigenen Hände, setzte verbandseigenes Sperma ein und selektierte in Richtung funktionelle Kühe. Heute präsentiert sich die Herde mit guten Eutern und stark verbesserten Gliedmaßen. Beim Betreten der Anlage ist man sofort von der Ordnung und Sauberkeit angetan!

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 Große Sorgfalt bei der Aufzucht der Kälber
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Die Fütterung basiert auf der Grobfutterstrecke auf Mais- und Luzernesilage (Top Qualität), Nass- und Trockenschnitzel und 1 kg Wiesenheu je Tier und Tag (Zukauf).
Viel Ärger mit kaum absehbarer Abhilfe bereiten die vielen Stare in der Anlage; ein schwer kalkulierbares Gesundheitsrisiko!
Die Trockensteher und Rinder zur Besamung stehen im Anbindestall. Bessere Euterkontrolle, Brunstkontrolle und Ruhestellung bei den Schutzimpfungen sind die Argumentef. Althergebrachte Stalltafeln sind eine einfache Informationsquelle.

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 Ist ein neuer RSA-Vererber für die Zukunft dabei? Drei Jungbullen, die im Auftrag des RSA aus ET in Querfurt geboren wurden.
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Der Zuchtleiter - oder neudeutsch Herdenmanager - heißt Karl-Wilhelm Bohne (geb. 1949), ein passionierter Züchter mit einer ungewöhnlichen Berufsausbildung. Da wäre zunächst der gelernte Bankkaufmann, dann Studium zum Agraökonom in Weimar, zum Diplomagraringenieur in Meißen und letztlich die Ausbildung zum Meister der Rinderzucht. Alles das, ausser der Lehre, in neun Jahren Fernstudium! Die fachliche Weiterbildung hat auch heute einen großen Stellenwert. So hat das junge, fachlich interessierte Mitarbeiterteam fast ausschließlich hier im Betrieb die Berufsausbildung absolviert.
Karl-Wilhelm Bohne ist eine Züchterpersönlichkeit und genießt sehr viel Achtung und Wertschätzung im gesamten Zuchtgebiet. Sein fachlicher Rat ist gefragt. Schon viele Jahre ist er in der RSA-Zuchtkommission und im Vorstand tätig, übrigens als unmittelbarer Nachfolger von Ex-Landwirtschaftsminister Dr. Helmut Rehhahn, Seegrehna.
Es sind nicht nur die Rinder, für die er sich stark macht. Genau so aktiv ist er im Geflügelzuchtverein. Seine "Federfüßigen Zwerge" sind sehenswert.
E.R. - Dezember 2004
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